40 Milliarden € Umsatz pro Jahr mit Verpackungsglas

News 4.10.2011

Verpackungsglas und seine Bedeutung als Wirtschafts-und Ökofaktor waren die Themen des jüngsten WirtschaftsClubs des WirtschaftsBlatt in der Steiermark.

Feldkirchen. Glas als Design-, Wirtschafts-und Recyclingfaktor war das Thema des WirtschaftsClubs Steiermark, der unter dem Motto "Wirtschaft trifft Businessglas" in der neuen Firmenzentrale des Entsorgers Saubermacher in Feldkirchen bei Graz stattfand. WirtschaftsClub-Schirmherr und Saubermacher-Chef Hans Roth würdigte die große Bedeutung von Glas, das in der Steiermark auch eine lange Tradition hat.

Stölzle-Oberglas-CEO Johannes Schick ging in seinem Statement näher auf die Bedeutung von Glas ein: "40 Milliarden € Umsatz werden weltweit im Jahr mit Verpackungsglas gemacht."

Zwei Drittel der europäischen Verbraucher würden Glas als Verpackung präferieren, so Schick. Die Gründe dafür seien einleuchtend: "Glas ist geschmacksneutral und gasdicht, es gestattet eine ungeheure Formen- und Farbenvielfalt und es ist zu 100 Prozent recycelbar." Eine Tonne Altglas erspare 670 Kilogramm CO 2 gegenüber der Herstellung von neuem Glas aus Quarzsand.

Renaissance bei Glas

Die Altstoff Recycling Austria (ARA) spare jährlich 630.000 Tonnen CO 2-Äquivalent, Glas leiste dabei einen großen Beitrag, bekräftigte ARA-Vorstand Christoph Scharff. Und es habe eine wahre Renaissance hinter sich: "Wir sammeln seit 1993 Glas, damals haben viele gesagt, die Zukunft von Glas ist nicht rosig. Das war ein Irrtum, Glas ist in Österreich nach Papier und Karton bei Verpackung die Nummer zwei." Österreich sei einer der Spitzenreiter bei der Sammlung von Altglas, 25 Kilogramm pro Einwohner würden jährlich gesammelt und wieder verwertet.

Für den Vorstandsvorsitzenden der Darbo AG, Martin Darbo, ist seine Produktpalette ohne Glasverpackung nicht denkbar: "Wir stellen naturreine Produkte her, das heißt, wir müssen unsere Fruchtsäfte und Marmeladen pasteurisieren. Das geht nur in einer Glasverpackung." Glas verleihe den Premium-Produkten von Darbo aber auch ein bestimmtes, gehobenes Image. Und: "Lebensmittel müssen in erster Linie gut schmecken -aber auch im Regal und am Tisch etwas hermachen."

Der Kunde entscheidet

Gegen den Schwarzen Peter, dass viele Produkte nur in Kunststoffverpackungen angeboten würden, verwahrte sich der Spartenobmann Handel der Wirtschaftskammer Steiermark, Wolfgang Sauer. "Der Kunde entscheidet an der Kassa über das Sortiment und letztlich auch über die Verpackung." Mineralwasser in Glasflaschen sei eben nicht mehr gefragt, umgekehrt seien aber alle Versuche gescheitert, Bier in PET-Flaschen zu verkaufen.

Für Martin Darbo gehört es zur Aufgabe der Markenartikelindustrie, "den Kunden zu kennen und seine Wünsche zu erfüllen", das gelte auch für die Verpackung. Schick hingegen ist nicht überzeugt, dass allein der Konsument entscheide: "Es wird das gekauft, was einem vorgesetzt wird." ARA-Vorstand Scharff sprach sich bei den Verpackungen für eine "Artenvielfalt" aus: " Es gibt verschiedene Anforderungen; für Honig ist Glas super, für Zahnpasta eher nicht."

Eine Frage der Logistik

Die Art der Verpackung sei auch eine Frage der Logistik, meinte Scharff: "Eine Untersuchung hat gezeigt, dass bei Massengetränken in Gebinden von mindestens einem Liter die Kunststoff-Wegwerfflasche der Mehrwegflasche -egal aus welchem Material -ökologisch zumindest gleichwertig ist. Das liegt aber vor allem daran, dass zum Beispiel die großen Mineralwasser-Abfüller in Österreich alle im Osten sitzen. Für den regionalen Vertrieb ist eine Mehrwegflasche aus Glas aber sicher überlegen."

Den Standort Österreich für die Glaserzeugung sieht Schick mittelfristig gesichert: "Glaserzeugung ist Schwerindustrie. Die verschifft man nicht so einfach von A nach B." Ohnehin könne man "nicht an allen Standorten dieser Welt sein".

WIRTSCHAFTSCLUB

Hans Roth, Saubermacher-Chef und Mastermind des steirischen WirtschaftsClubs des WirtschaftsBlatt, leitet diesen mit großem Engagement. Er hat schon etliche Veranstaltungen auf die Beine gestellt, die nicht nur in der Steiermark Aufsehen erregt haben, etwa mit dem Kunstsammler Karlheinz Essl oder dem Babynahrungs-Produzenten Claus Hipp. Beim 19. "weiß-grünen Tisch" traf Wirtschaft auf Glas -das als Verpackungsmaterial eine wahre Renaissance erlebt hat und auch ein Imagefaktor gerade bei Premiumprodukten ist.

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Quelle: www.wirtschaftsblatt.at
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